Läuft das Abomodell aus?

Das Internet hat die Welt verändert. Da stellt die Spielebranche keine Ausnahme dar. Ein gesamtes Genre ist nun vom Internet abhängig: die Rede von dem MMORPG.
Dieses muss im Vergleich zu seinen Genre-Kollegen ständig auf Server zugreifen und diese kosten im dauerhaften Betrieb nun mal Geld. Um diese Kosten decken zu können, müssen diese Spiele regelmäßig Einnahmen erzeugen, damit es auch weiterhin heißt „Verbindung zum Server wird hergestellt“. Doch wie sieht der aktuelle Markt eigentlich aus?

Die aktuelle Situation

 Um diese Frage zu beantworten, führt kein Weg vorbei an dem MMO-Platzhirsch „World of Warcraft“. Dieser finanziert sich hauptsächlich durch ein sogenanntes Pay to Play (P2P) und das sogar erfolgreich. Seit über zehn Jahren laufen die Server des MMOs und sollen auch noch zehn weitere Jahre laufen, wenn es nach den Entwicklern geht. Doch was ist dieses P2P Modell? Das System ist ziemlich simpel: Der Spieler kauft sich in gewissen Abständen Spielzeit. Dabei kann man durchschnittlich ein bis drei Monate Spielzeit erwerben. Diese Ausgaben fallen zusätzlich zu der Vollversion des Spieles an. Das heißt, es wird das Basisspiel, so wie Erweiterungen gekauft und in regelmäßigen Abschnitten die Spielzeit. Sollte sich ein Spieler dazu entscheiden keine weitere Zeit mehr zu kaufen, wird sein Account eingefroren. Dadurch kann der Spieler nicht mehr auf seine Charaktere oder auf das Spiel zugreifen. Durch dieses System hat der Entwickler bzw. Publisher allerdings eine Art Sicherheit und regelmäßige Einnahmen, die das Spiel am Leben halten.
Doch gibt es auch Alternativen zu diesem System. So greift beispielsweise das Spiel Dragon Prophet auf das Free to Play Modell (F2P) zurück. Der Nutzer kann sich das Spiel kostenlos auf der Seite des Entwicklers herunterladen. Doch müssen auch hier Server bezahlt werden. Um diese Kosten zu decken wird ein gewisser Ingame Shop in das Spiel eingebunden. Dieser verkauft für Euros besondere Items an den zahlenden Spieler. Bei diesem System muss man jedoch zwischen einem fairen und unfairen Shop unterscheiden. Manche Spiele entscheiden sich nämlich Spielvorteile in diesem Shop zu verkaufen und das Spiel darauf auszurichten, dass der Spieler Geld ausgeben muss, um weiter zu kommen. Diese Art von Shop findet man besonders in freien Apps für Smartphones.

Der aktuelle Stand

Vor rund fünf Jahren wurden MMOs hauptsächlich in diesen beiden Modellen vertrieben, da sie die Sever am Laufen hielten. Dabei konnte man den Trend erkennen, dass größere Titel mit einem Abomodell angeboten wurden und eher unbekanntere Spiele aus Asien hauptsächlich im F2P Modell angeboten wurden. Doch scheint sich in den letzten zwei Jahren ein Wandel im Genre vollzogen zu haben. Immer mehr MMOs wandern von einem F2P zu einem sogenannten Buy to Play System. Der Spieler kauft hierbei das Spiel einmalig und kann durch einen fairen Ingame Shop Geld ausgeben um die Entwickler zu unterstützen. Dieses Modell scheint insbesondere für Spiele die einen Wechsel ihres Bezahlmodelles durchführen interessant zu sein. Ein Grund hierfür könnte der positive Ruf des Bezahlmodells sein. So wechselte beispielsweise das MMO The Elder Scrolls Online auf dieses Modell und auch Wildstar scheint, nach Gerüchten, dieses System für einen Wechsel zu beobachten.

Die nahe Zukunft

Doch wie sieht die nahe Zukunft aus? Ich prophezeie das Aussterben, des Pay to Play Modells. Vorbei sind die Zeiten der Gametime Cards und des regelmäßigen Zahlens. Die Spieler haben sich über die Jahre verändert und wollen ein Spiel auch einmal zur Seite legen. Dabei will man sich nicht gezwungen fühlen zu spielen, bloß weil man für eine bestimmte Zeit gezahlt hat. Wahrscheinlich werden die verbleibenden MMOs auf ein B2P oder F2P Modell umsteigen, sich allerdings Mühe geben einen fairen Shop zu etablieren, da sonst treue und neue Spieler gleichermaßen verschreckt werden. Ein Beweis für diese These ist Blizzards WoW. In den letzten Monaten sind über 3 Millionen Abos ausgelaufen und die Server werden dementsprechend leerer. Doch versucht man derzeit mit einem Ingame-Shop neue Einnahmen zu generieren und bietet an Spielzeit mit einer Spielwährung zu kaufen. Je nach Entwicklung scheint es für Außenstehende nicht ausgeschlossen, dass auch der Gigant auf das B2P System umsteigt und sein Abomodell auslaufen lässt.

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Christian Theisen

Aktuell studiert Chris Medienwissenschaften in Köln und interessiert sich für Games und deren soziale Wirkung. Außerdem studierte er für ein Jahr in Tokyo.
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3 Kommentare

  1. Also im Grunde hat jedes Modell seine Vorzüge. Aktuell bevorzuge ich das Buy 2 Pay modell wo ich das Spiel kaufe und dann uneingeschränkt nutzen kann. Da sind TESO und Guild Wars 2 wirklich gute Paradebeispiele.

    Auch Free 2 Play Spiele wie RIFT sind super. Vor allem da hinter dem RIFT Modell 0 Ab-zocke steckt. Bei Star Wars The old Republic hingegen mache ich mir immer ein ABO, da ich mit den F2P Einschränkungen nicht leben kann.

    Ich denke egal welcher ART Spieler man ist, der aktuelle MMO Markt bietet jedem etwas.

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