Hotarubi no mori e – Eine Anime-Rezension

Was passiert, wenn aus Freundschaft Liebe wird, doch die Nähe zum Anderen nicht möglich ist? Dieser Frage geht der im Jahr 2011 veröffentlichte Anime-Film Hotarubi no mori e („Im Wald des Glühwürmchenlichts“) nach und hinterlässt seinen Zuschauer nachdenklich.


Das sechsjähriges Mädchen namens Hotaru verläuft sich in einem Wald und sucht verzweifelt nach einem Ausweg. Auf einmal taucht ein unbekannter Junge mit einer Fuchsmaske auf, der ihr anbietet, sie aus dem Wald zu führen. Allerdings macht er ihr deutlich, dass sie ihn nicht berühren darf, da er sonst durch einen Fluch aufgelöst wird. Zwischen beiden Charakteren bildet sich trotz dieses Fluches schnell eine innige Freundschaft, sodass sich Hotaru dazu entschließt, den verfluchten Gin jedes Jahr im Sommer zu besuchen. So wächst die junge Hotaru heran und entwickelt über die Zeit Gefühle für ihren Freund, kann sich Gin allerdings nicht nähern. Diese Ausgangssituation ist endgültig und könnte, wenn überhaupt, nur mit einen „Deus ex machina“ gelöst werden.

Der Film ist in einem großen Wald, in einer eher hügeligen Region, angesiedelt. Durch dieses Setting sind insbesondere verschiedenen Grün und Grautönen vertreten. Die überwachsenen alten Ruinen von Tempelanlagen erzeugen eine besondere und natürliche Atmosphäre. Dies unterstreicht noch einmal den magischen und mystischen Wert des Filmes. Neben typischen Szenebilder wird auch regelmäßig die Landschaft außerhalb der Charaktere ausgeblendet und fokussiert sich somit nur auf die Protagonisten. Die Musik ist ähnlich dem gezeichneten ein Stimmungserzeuger und unterstreicht den Handlungsrahmen erneut.

Fazit:
Dem Studio Brain’s Base ist eine gelungene Romanze gelungen, die seine Zuschauer für 44 Minuten fesselt. Dabei sollte man keine zu hohen Erwartungen in Hinblick auf Action oder Horror erwarten. Der Film soll kurzweilig unterhalten und schafft dies auch, wenn man sich auf das Setting einlässt und in diese Parallelwelt eintauchen möchte. Zwar erinnert der Rahmen des Filmes an ein mystisches Romeo und Julia, allerdings gelingt es dem Film nicht eine tiefe Charakterzeichnung zu erzeugen. Leider ist der Film in Deutschland nicht veröffentlicht worden und kann somit nur mit deutschen Untertiteln geschaut werden. Abschließend ist also festzuhalten, dass Hotarubi no Mori e ein gelungener Film ist, der sich insbesondere für zwischendurch eignet.

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Christian Theisen

Aktuell studiert Chris Medienwissenschaften in Köln und interessiert sich für Games und deren soziale Wirkung. Außerdem studierte er für ein Jahr in Tokyo.
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