Generation Smartphone

Jeder kennt diese Situation, wenn man in der Bahn sitzt: Menschen verschwinden nicht mehr hinter Zeitungen oder unterhalten sich, sondern starren gebannt auf ihr Smartphone. Doch was machen wir eigentlichen mit unseren Handys und warum drängen sie sich immer weiter in unseren Alltag?

Für alles gibt es eine App
Aktuell besitzt fast jeder zweite Deutsche ein Handy neuerer Generationen. Doch warum kaufen wir uns eigentlich Smartphones? Zum einen ist das Smartphone längst über den reinen Nutzwert hinaus gewachsen. Für uns ist es normal in immer kürzer werdenden Abständen ein Handy zu kaufen, denn längst sind Smartphones, wie Autos, zum Statussymbol geworden. Wer heute mit einem Smartphone aus dem Jahr 2010 rumläuft, gilt als längst veraltet, wird von Entwicklern ignoriert und von Freunden belächelt. Ein weiter Punkt ist die Entwicklung von Handys. Handys haben eine rasante Entwicklung in den letzten Jahren hinter sich. Sie sind längst über ihre eigentliche Aufgabe hinaus gewachsen. Dies liegt hauptsächlich an verschiedensten Apps, welche unser Smartphone erweitern und personalisieren. Allein der App Store von Apple bot im September 2013 über 900.000 Apps an und seit dem Release der ersten Apps im Jahr 2008 wurden über 60.000.000.000 Apps aus dem Appstore runtergeladen. Dazu kommen weitere Millionen aus dem Google Playstore und anderen Appstores. Mit dem Wissen dieser Zahlen sollte klar sein, dass der Spruch: „Für alles gibt es eine App“ keine Übertreibung ist. Der Markt für Apps boomt und immer mehr Startup Unternehmen spezialisieren sich auf mobile Web und Appentwicklung. Auch große Firmen haben die Marktbedeutung von Apps erkannt und programmieren nun eigene Apps.

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Der virale Effekt von Apps
Doch warum sind Apps so erfolgreich? Die meisten Features werden von Entwicklern mitgeliefert und das Handy ist funktionstüchtig. Es werden eigentlich keine Apps benötigt. Allerdings greifen hier die Apps, welche den Alltag erleichtern oder einfach Geld sparen. So gibt es für Studenten und Schüler eine Stundenplan-App oder für die Sms-Schreiber Whatsapp, um bares Geld spart. Insbesondere der Kauf Whatsapps von Facebook für über 19 Milliarden Dollar setzt neue Maßstäbe in der Appentwicklung.
Eine andere Form des Appentwicklung sind Mobile Games. Dieses Thema behandeln wir allerdings nachdem wir die Frage gestellt haben, wieso sich Apps so schnell verbreiten.
Dies liegt hauptsächlich am viralen Effekt. Dieser findet sowohl über das Internet als auch über Freunde und Bekannte statt. Ein Beispiel aus diesem Jahr ist die App „Quizduell“. Die App ähnelt der bekannten Show „Wer wird Millionär“, stellt dem Spieler drei Fragen und gibt ihm vier verschiedene  Antwortmöglichkeiten. Der Clue dahinter: Man kann gegen Freunde spielen und sich so messen. Durch die große Beliebtheit wird die App immer bekannter und wird häufiger heruntergeladen. Insbesondere Quizduell ist momentan einer der größten Vertreter, der Handygames, so dass sogar die ARD eine Kooperation mit dem Entwicklern eingeht und die App ins Fernsehen bringt.  Außerdem kosten die meisten Apps nichts oder weniger als einen Euro, wodurch man eher dazu verleitet wird sich eine App zu kaufen.

Second Screen
Ein wichtiger Begriff in der Appentwicklung ist der Second Screen. Das heißt, dass neben dem Hauptbildschirm noch das Handy oder ein Tablet genutzt wird. Insbesondere Fernsehsendern ist aufgefallen, dass die Nutzer nun häufiger mit ihrem Handy vor dem TV sitzen und das Programm eher im Hintergrund läuft. Um beide Bereiche nun wieder miteinander zu verknüpfen tauchen immer mehr Apps von verschiedenen Sendungen und Sendern auf, in welchen z.B. Zusatzinformationen veröffentlicht werden.

Mobile Gaming
Aber warum boomt der Markt für Handyspiele so? Wurden vor einigen Jahren Handygames noch belächelt, steigen heute immer mehr Firmen auf die Produktion von Apps um. EA veröffentlichte „Plants vs. Zombies 2“ zuerst für das Handy und eine PC-Umsetzung ist erst für die Zukunft geplant. Auch andere Firmen beäugen nun den Mobile Markt um zu sehen, wie dieser Bereich zu erobern ist. Doch was ist der Reiz hinter diesen Spielen? Was macht sie attraktiver als ihre Handheld Konkurrenz?  Die Lösung ist die Zielgruppe beider Produkte. Heutzutage möchte man seine freie Zeit möglichst sinnvoll füllen. Insbesondere in Situationen in denen man warten muss, wie zum Beispiel das Bahnfahren, bieten sich Mobilegames an um die Zeit tot zuschlagen. Der Vorteil, jeder hat sein Handy immer dabei und muss so nicht wie bei anderen Handhelds die einzelnen Spiele und die Konsole mit sich rumschleppen um spielen zu können. Außerdem sind die Spiele meistens auf diese Situationen ausgelegt und bieten dadurch für eine kurze Zeit eine gewisse Unterhaltung. Dabei fällt auf, dass diese Spiele meistens kurze Level haben, auf einen Cash Shop ausgelegt sind und meistens keiner Geschichte folgen. 

Der Trend der nächsten Jahre?
Ob sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzt ist sehr wahrscheinlich. Immer mehr Entwickler springen auf den Zug der Handygames und App Entwicklung auf und versuchen so mehr Kunden zu erreichen. Der Trend geht sogar soweit, dass große Spieleblockbuster für die neuen Konsolen, wie z.B. „Destiny“ und „Assasins Creed: Unity“ eine App verwenden, welche das Spiel weiter ausbaut bzw. in gewissen Punkten ergänzt. Ich vermute, dass diese Entwicklung noch weiter ausgebaut wird und der Second Screen nicht nur bei TV-Sendungen sondern auch bei Spielen immer wichtiger und präsenter wird.

Foto oben: We never look up (Tumblr)

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Christian Theisen

Aktuell studiert Chris Medienwissenschaften in Köln und interessiert sich für Games und deren soziale Wirkung. Außerdem studierte er für ein Jahr in Tokyo.
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