Fallout 4 auf der gamescom 2015 – Viel Hype bei wenig Informationen

Mit vielen Explosionen, Zeitlupensequenzen und zerplatzenden Gliedmaßen hat Bethesda auf der gamescom einen Einblick in den neuen Teil der Fallout Serie geboten und dabei vor allem auf die äußeren Werte gesetzt. So wurde in der Videopräsentation eine Reihe unterschiedlicher Gegnertypen und Waffen gezeigt, aber kaum Einblick in die Story oder das neue Crafting System erlaubt. Doch auch wenn die Vorstellung des Titels höchstens oberflächlich war, machte das gezeigte einen guten, wenn auch altbewährten Eindruck.
Die postapokalyptische, von Atomkriegen zerfressene Welt von Fallout 4 wirkt in seiner Präsentation weitaus bunter und dynamischer als seine Vorgänger. Die Grafik ist dabei vielleicht nicht auf einem Level mit Titeln wie „The Witcher 3“, macht aber einen besseren Eindruck als die, in den vor allem durch Brauntöne gezeichneten Vorgängern. Hoffentlich bleibt der Mut zur Farbe nicht nur ein kurzes Intermezzo im fertigen Spiel.

Auch waren Charaktere, Waffen und die Umgebung deutlich detaillierter. Waffen sehen so zum Teil wirklich aus als wären sie aus Schrott improvisiert und nur von ein bisschen Klebeband zusammengehalten.

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Peng, Peng (c) Bethesda

Vom Spielsystem wurden vor allem altbekannte Mechaniken gezeigt, die genau so auch in Fallout 3 und New Vegas zum Einsatz kamen. So werden Fähigkeiten wieder einmal über das S.P.E.C.I.A.L. System vergeben, was im Kern ein klassisches Skillsystem ist, das einem über Punktevergabe bei speziellen Fähigkeiten unterschiedliche Spielstile erlaubt.

Kämpfe sind ein Hybrid aus actiongeladenen First Person Kämpfen und dem V.A.T.S. System, in welchem SpielerInnen in Zeitlupe einzelne Gliedmaßen des Gegners anwählen können, um ihn beispielsweise leichter bewegungsunfähig zu machen. Auch der ikonische, am Unterarm der SpielerIn befestigte PIP Boy fungiert wieder als spielinternes Menü.

Fallout 4 reiht sich damit nahtlos in die Tradition seiner Vorgänger ein. Der zynische Humor scheint ebenfalls der Gleiche geblieben zu sein, auch wenn davon nur wenig gezeigt wurde. Doch trotz allem hat es die gamescom Präsentation versäumt aufzuzeigen, was Fallout zu einem Titel machen wird, der hoffentlich hunderte Stunden meiner Zeit raubt: Die offene, detaillverliebte Spielwelt, vollgepackt mit bizarren und tragischen Charakteren des Wastelands und vor allem die zahllosen Möglichkeiten und Wege diese zu erkunden.

Das schon Eingangs erwähnte neue Crafting System, welches einem erlaubt Waffen, seinen Unterschlupf und Teile der Umgebung zu verändern, erscheint dabei besonders interessant um den vierten Teil der Serie deutlich von seinen Vorgängern zu differenzieren. Leider fand dieses auch keine Würdigung auf der Messe selbst.

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Ein Beispiel für das Crafting System bei Waffen (c) Bethesda

Fallout 4 wird also hoffentlich mehr zu bieten haben als nur eine hübschere Version seiner Vorgänger zu sein und schreit schon jetzt danach meinen November zeitlich sehr stark in Anspruch zu nehmen. Bis dahin heißt es ruhig bleiben und nervös auf jeden Fitzel neue Informationen warten, denn auch wenn Bethesda auf der gamescom kaum etwas neues gezeigt hat, macht der Titel alles andere als einen schlechten Eindruck.

Marco Siegmund

Spielt sowohl Computer als auch hauptsächlich Videospiele seitdem er denken kann. Begann seine Laufbahn mit der PSone und ist seitdem auch der Playstation als Hauptplattform treu geblieben. Abgeneigt ist er den anderen Konsolen und dem PC allerdings nicht. Als Jugendredakteur sieht er seine Aufgaben darin, das allgemeine Bild von Videospielen zu verbessern