gamescom-Rückblick: The Universim

20 Minuten. Was würdest du machen, wenn du ganze 20 Minuten lang Gott spielen dürftest? Würdest du alle Hungersnöte auf dem Planeten beseitigen? Frieden zwischen allen Völkern stiften? Oder mit einer anderen Spezies auf einem neuen Planeten den „Neuanfang“ wagen? Letzteres machte ich in „The Universim“ von Crytivo Games.

„Nuggets“, so heißen die kleinen Planetenbewohner, die zahlreich über das Terrain wuseln. Am Anfang schuf ich zwei von ihnen. Sie sollten sich vermehren, ihre Umgebung erkunden und zahlreiche Winter überleben. Das klappte auch ganz gut, bis auf die Sache mit dem Winter. Dieser setzte meiner Spezies schwer zu. Wie soll man schließlich Fische fangen gehen, wenn der See zugefroren ist? 3 Minuten noch. Gleich sind alle meine kleinen Schöpfungen wieder verschwunden. Ein paar möchten sich umbringen. Tja, die Steinzeit ist kein Zuckerschlecken. Wenigstens blühen allmählich die ersten Beerenpflanzen auf den Feldern. Das haben auch meine Einwohner gemerkt. Die Steinhäuser tanzen und Herzen sprühen dem Bildschirm entgegen. So entstehen neue Einwohner. Aber: Vorbei. Ende. So kurz kann eine Spezies existieren.

The Universim ist kein normales Aufbauspiel. Ihr befehlt aus der Gott-Perspektive heraus einer neuen Spezies, welche Technikfortschritte untersucht und welche Gebäude gebaut werden sollen. So knüpft es an Klassiker wie „Black and White“ an. Arbeiten und herumstreunen machen die Einwohner selbst. Ja, auch vermehren funktioniert automatisch. „Wie ein immer größer werdender Ameisenhaufen“ soll sich die Zivilisation anfühlen, verriet Entwickler Filip Radonjic. Mit „Gott-Punkten“ könnt ihr zudem Wunder vollbringen oder Katastrophen auf die Zivilisation loslassen. Epidemien sind dabei am häufigsten. Schafft ihr es diese zu überleben, dürft ihr die Spezies in „Age of Empires“-Manier immer weiter durch die Jahrhunderte führen. Aber Vorsicht: Je länger eure Einwohner existieren, desto mehr wird der Planet an Rohstoffen ausgeplündert. Das soll Konsequenzen haben: Wer die Umwelt zu sehr zerstört, wird mit Naturkatastrophen und dem Treibhauseffekt bestraft. Sollte die Welt nicht genug sein, könnt ihr auch den Weltraum erkunden – natürlich nur mit der passenden Technik.

Das Spiel steckt noch in der Alpha, eine Beta wird aus „Kostengründen“ eingespart, wie mir Radonjic verriet. Release sei für das Erste Quartal 2018 geplant, die Alpha kann allerdings jetzt schon für 34 Euro gekauft werden. Damit erhaltet ihr aktuell die Steinzeit und einige technische Fortschritte aus dem Mittelalter. Updates gibt es monatlich.
Problematisch: Das Spiel wurde vor Jahren per Kickstarter mit  387.345 Dollar erfolgreich gecrowdfunded, eine Beta wurde den Unterstützern versprochen. Zudem wird auf der jetzigen Homepage immer noch die Beta als Teil des kaufbaren Packets versprochen. Wie es mit dem Spiel weitergeht, bei derartigen Ambitionen, lässt sich nicht absehen. Mit Spannung sehe ich dem endgültigen Release entgegen – Wir brauchen wieder ein vernünftiges God Game!

Kickstarter The Universim

Hier findet ihr die Website von „The Universim“

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Ein Gedanke zu „gamescom-Rückblick: The Universim

  1. Stefan Wehmeier

    Gott spielen = in einer Zinsgeld-Ökonomie (noch bestehendes zivilisatorisches Mittelalter) als Zinsgewinner auf Kosten der Mehrarbeit anderer existieren:

    Gott der HERR (Jahwe) = künstlicher Archetyp “Investor”
    Erde und Himmel = Angebot (Waren) und Nachfrage (Geld)
    Regen / Feuchtigkeit = Geldemission / Liquidität
    Lebendiger Mensch = selbständiger Unternehmer
    Garten Eden (Paradies) = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft
    Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
    Baum des Lebens (ez pri ose pri: “Baum, der Frucht ist und Frucht macht”) = Geldkreislauf
    Baum der Erkenntnis (ez ose pri: “Baum, der Frucht macht”) = Geldverleih
    Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes)
    Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
    Frau / Eva = Finanzkapital / der in neues Sachkapital investierende Kulturmensch
    Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
    Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
    Tod = geistiger Tod durch religiöse Verblendung
    gut oder böse = egoistisch und gebildet oder selbstsüchtig und eingebildet
    Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz)
    “die Frau gab ihrem Mann von der Frucht” = Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital
    “nackt” sein = mit eigener Arbeit Geld verdienen
    “bekleidet” sein = als Investor von der Arbeit anderer Zins erpressen (lat.: vestis = Kleidung)
    “als der Tag kühl geworden war” = Abkühlung der Konjunktur (beginnende Liquiditätsfalle)
    “unter den Bäumen im Garten verstecken” = so tun, als wäre der Zins Lohn für eigene Leistung
    “die Frau, die du mir zugesellt hast” = Abhängigkeit von zinsträchtiger Ersparnis
    Nachkommen der Schlange / der Frau = Geldersparnisse / neue Sachkapitalien
    Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
    “unsereiner” = die nichts anderes zu tun haben, als sich an der Mehrarbeit anderer zu bereichern
    Vertreibung aus dem Paradies =
    Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus
    Cherubim = Denkblockaden

    Für den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation sind lediglich 8 weitere Gleichungen mit 8 Unbekannten zu lösen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2017/05/8-gleichungen-mit-8-unbekannten.html

    Antworten

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