Dark Souls III – Die and let Die

Die Überraschung der Fans war groß, denn so kurz nach dem Erscheinen des ebenfalls vom Entwicklerstudio From Software entwickelten Bloodborne kommt Anfang 2016 das dritte Spiel der beliebten Dark Souls Reihe, wieder unter der Leitung von Hidetaka Miyazaki.

Wer die Dark Souls Spiele kennt, sowie den Vorgänger Demon Souls, wird wissen, dass sie stets durch einen hohen Schwierigkeitsgrad geprägt sind. Daran wurde natürlich nichts geändert und man stirbt die virtuellen Tode am laufenden Band, bei manch einem endet das in Frustration, für alle Souls-Fans ist dies aber ein Hochgenuss.

Anspruchsvoll sind auch schon kleinere Gegner, die an jeder Ecke rumstehen, wenn man nicht aufmerksam ist oder sie in Gruppen auftauchen, die Highlights sind aber die nervenaufreibenden Bosskämpfe.

Asche zu Asche…

Kommen wir zum Überblick der Geschichte in Dark Souls III. Die Lords of Cinder, also zu Deutsch mit dem sehr uncoolen Namen Herren des Zunders, erheben sich, ob dies aus dem Grund geschieht, dass einer der Ihren von einem unbekannten Untoten erschlagen wurde ist dabei nicht gewiss. Dieses Ereignis nämlich würde eine Verbindung zu ersten Dark Souls herstellen. Soviel ist aber gewiss, unser düsterer (Anti-)Held will diese Lords vernichten. Darum begibt er sich zu einer eindrucksvollen, wenn auch leicht ramponierten Festung um seine Aufgabe zu erfüllen.

Praise the Sun

Hier startet man nun als namenloser Held in einem, für den Titel erstaunlich, hellen Setting. Während man die apokalyptisch anmutende und von Asche bedeckte Welt sieht, spürt man zarte fahle Sonnenstrahlen im Gesicht und lässt den Blick in die Ferne schweifen, dennoch macht sich eine gewisse Anspannung bemerkbar, denn der augenscheinliche Friede ist auf den nächsten Blick schnell verflogen. Überall ist der Tod zu spüren, ob in dem leisen Rieseln der Asche auf die Dächer und Straßen der Festung oder bei den armseligen Kreaturen, die einst stolze Menschen waren und nun mit flehenden Grimassen vor verkrüppelten, blattlosen Bäumen knien und in Richtung Sonne beten. Und der bedrohliche Charakter des umgebenden Gemäuers verstärkt sich enorm mit jedem weiteren Schritt, den man auf den hellgrauen Aschepfaden zurücklegt.

DS3 Festung
(c) Bandai Namco

Prepare to Kill

Nun zu den wesentlichen Neuerungen. Dark Souls III hat viel Gutes von seinem Cousin Bloodborne abbekommen, dazu zählt das im allgemeinen erhöhte Spieltempo und der Spielfluss. Bewegen, Ausweichen und Kämpfen ist dynamischer geworden. Dazu passt das überarbeitete Waffensystem sowie die Evolution einiger Waffen, dem Kurzbogen zum Beispiel.

Wo es früher nur Unterschiede in der Reichweite und der Stärke der Bögen gab, hat der Kurzbogen einen anderen Anwendungsbereich als der Langbogen bekommen. Es ist nun möglich sich mit gespanntem Bogen schnell zu Bewegen und sogar eine Ausweichrolle auszuführen, um danach den Pfeil auf seine hoffentlich tödliche Bahn zu bringen. Auch die Feuergeschwindigkeit hat enorm zugenommen und erinnert an einen spitzohrigen Leichtfuß aus einem bekannten Fantasy-Film. (Ja der mit dem Ring…)

Im Nahkampfbereich hat sich ebenfalls einiges getan, alle Waffen verfügen in Dark Souls III über eine spezielle Waffenhaltung. Ändert man seine Waffenhaltung etwa mit dem zweihändig geführten Großschwert, so kann man die normalerweise behäbige Klinge mit viel Schwung und Geschwindigkeit durch die Deckung des Feindes brechen lassen oder ihn sogar in die Luft befördern. Leider ist man beim Ausholen für einen Moment verwundbar. Auch hier wurde sich einem Vorbild bedient, in Form des Protagonisten des Anime- und Mangatitels Bezerk.

Die Haltung bei Säbeln lässt den Charakter in einem Wirbel wilder Klingenhiebe durch die feindlichen Reihen tanzen und ist somit perfekt für größere Gruppen an Gegnern. Säbel haben außerdem die Eigenschaft, dass sie als einzelne Waffe behandelt werden, beim beidhändigen führen aber als Klingenpaar agieren.

Prepare to Die

In üblicher Souls-Manier wird aber nicht nur der Spieler mit diesen Fähigkeiten verstärkt sondern auch feindliche Untote, Ritter und sonstige fiese Dämonen. Generell sind die Gegner im Kampf aggressiver, gefühlt hartnäckiger und weniger durchschaubar. Die einst Edlen und nun zum Untod verdammten Ritter, die sich innerhalb der Festungsmauern befinden, stellten die ersten zäheren Gegner der Demo dar. Hier wurde viel Wert drauf gelegt ihr Kampfverhalten elitär erscheinen zu lassen und unvorsichtigen Spielern können sie schnell zum Verhängnis werden.

Ein Markenzeichen Miyazakis ist das Erscheinen eines Drachen im Anfangslevel, so stellt ein solcher Feuerspucker auch hier ein unüberwindbares Hindernis dar, dem man lieber aus dem Weg gehen sollte.

DS3 Drache
(c) Bandai Namco

Dass das Sterben essenzieller Teil von Dark Souls III ist, zeigte sich in der vorgespielten Demo spätestens als der Präsentator kurz vor Erreichen des Bossgegners unabsichtlich den virtuellen Löffel abgab, gefolgt von dem altbekannten nüchternen Schriftzug auf dem Bildschirm „YOU DIED“. Diese berühmt berüchtigten zwei Wörter haben sich schon bei etlichen Demon- und Dark Souls Veteranen eingebrannt und werden im dritten Teil nicht all zu selten wieder auftauchen.

Dann kam der große Bosskampf gegen den Dancer of the Frigid Valley (Tänzer aus dem eisigen Tal). Eine große Gestalt mit langen Gliedmaßen und drahtiger Figur, die leicht gebückt und mit einem brennenden, geschwungenen Schwert auf den Spieler zukommt. Attacken kommen schnell und sind kaum abzuschätzen, da er in fließenden, aber dennoch chaotischen, Bewegungen auf seinen unerwünschten Gast einhiebt. Hinter seinem lodernden Schwert ziehen sich Pfade aus Feuer und lassen wenig sicheren Raum. Sobald man ihm jedoch mit Ach und Krach die Hälfte seiner Lebensenergie genommen hat, wird der Kampf noch eine Stufe anspruchsvoller. Nun mit einem zusätzlichen Schwert ,von dem Asche und Rauch aufsteigen, ausgerüstet legt der Tänzer in puncto Schnelligkeit und Tödlichkeit zu und macht dem Spieler das Leben bzw. am Leben bleiben schwer.

DS3 Dancer
(c) Bandai Namco

Dieser Kampf ums Überleben und die Freude es nach dem x-ten Versuch endlich zu überstehen ,zeichnet zum Glück auch den dritten und neusten Teil der Souls Reihe aus und würzt mit erhöhtem Tempo nochmal nach.

Michael Lages

Tanzt in seiner Freizeit gerne mit flauschigen Einhörnern und wird für seinen Sarkasmus geschätzt.

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