Interview mit Arne von Go.su (Teil 2)

Die Firma Maple Apps gibt es seit 5 Jahren. Zunächst waren sie ausschließlich eine Agentur für die Erstellung von Apps, bis sie vor einem Jahr die Go.su gründeten und selbstständig wurden. Das Team wollte eine Kommunikationslösung für Gamer erschaffen, die spielunabhängig funktioniert – das Ergebnis ist Go.su. Der Name leitet sich aus dem Koreanischen ab, und bedeutet so viel wie „guter Spieler“. Inspiration für das Chatsystem war IRC, ein altes Textchat-Protokoll.

Ein Interview von Max Esser

Teil 1 des Interviews: http://ctrl-blog.de/?p=2118

Max: Der Messengerdienst ist mit der Kern eurer Plattform. Inwiefern habt ihr denn die Kommunikation in eurem Dienst verschlüsselt, so dass die Sicherheit der Nutzerdaten garantiert ist?
Arne: Wir sind seit drei Monaten erst dabei. Es ist nicht so, dass wir zuerst alles komplett sicher gemacht haben und dann erst angefangen haben Features einzubauen. Das macht keinen Sinn. Es ist so, dass wir jetzt schon Kommunikation verschlüsseln. Wenn die App mit dem Server kommuniziert ist der komplette „Datenstream“ verschlüsselt, das kann Keiner mitlesen. Die Daten werden heute noch unverschlüsselt auf dem Server gespeichert, aber wir werden insbesondere Kommunikation in privaten Channels, sowie die direkte Kommunikation zwischen Personen komplett verschlüsseln. Kommunikation in öffentlichen Chaträumen werden wir nicht verschlüsseln, weil es keinen Sinn macht, da es öffentliche Kommunikation ist, wie der Name es schon sagt. Aber alles, was in eine private Richtung geht, E-Mail, Adresse, Passwörter, etc. werden selbstverständlich schon verschlüsselt und „gehasht“ gespeichert. Ich meine, wir sind zur Zeit eine geschlossene Beta-Gruppe, das hat im Moment nicht die höchste Priorität.

Max: Also ist es momentan nur ein Aufwandsproblem, da ihr euch auf andere Dinge fokussiert.
Arne: Das Team soll sich erstmal auf andere Dinge fokussieren. Wir haben zum Beispiel zum jetzigen Zeitpunkt noch keine AGB’s. Es ist eine geschlossene Beta, wir sind da quasi rechtlich noch nicht gut aufgestellt, weil es halt im Moment noch einfach keine hohe Priorität hat. Wir haben schon AGB’s angefordert, doch der Kollege ist momentan im Urlaub. Die Thematik ist nicht ganz einfach. Unser Publikum ist international, wir sind aber im deutschen Rechtsraum, müssen eine deutsche Version vorhalten, usw. und sofort. Vor allem hatte es noch keine Priorität, bis zu dem Zeitpunkt, wo wir die Beta für jeden geöffnet haben. also das erste Feedback sammeln.

Max: Die Closed Beta ist ergo eine reine Feedbackstufe, die sich jetzt nach und nach mehr Menschen öffnen wird, bis es zum Release kommt?
Arne: Die läuft jetzt so durch. Ja, auf jeden Fall. Wir hören konstant auf das Feedback, und unsere Nutzer testen auch sehr fleißig, auch unsere Apps, die eigentlich noch gar nicht veröffentlicht sind.

Max: Schauen wir doch einmal in Richtung Zukunft. Wie wollt ihr später eure Einnahmen generieren? Das ist ja schließlich der kritische Punkt, da die angesprochene Nutzergruppe nicht unbedingt älter als 20 ist. Falls ihr es über In-App-Käufe anstellen würdet, wären gerade die Teenager, die ihr Taschengeld ausgeben würden, davon betroffen.
Arne: Also im Moment ist es so, dass wir geplant haben den Großteil, wie bei CSGOSkills kostenlos zu lassen. Wir wissen bis heute nicht, wie wir es bei CSGOSkills auch nicht wussten, wie wir später damit Gewinn erwirtschaften. Es gibt halt verschiedene Einkommensmodelle. Im Moment ist es halt so, dass wir, völlig egal welches Geschäftsmodell wir später einsetzen, wir uns davon nicht tragen können, wenn wir davon ausgehen, dass wir weiterhin nur um die 1000 Nutzer haben. Bedeutet: Wir brauchen viele Nutzer und erst wenn wir viele Nutzer haben können wir Geschäftsmodelle ausprobieren, dass aber auch nur in relativ enger Abstimmung mit der Community. Was bei Twitch zum Beispiel gut funktioniert sind Spenden, also dass Leute freiwillig Geld bezahlen. Das haben wir auch zum Anfang so ähnlich in CSGOSkills gemacht. Man kann dabei halt alles kostenlos benutzen, aber wenn man einen besonderen Icon haben möchte, der dich als Spender signalisiert, dann kann man einen bestimmten Betrag spenden. Das ist auch eine Variante, wie man zumindest einen Grundstock an Einkommen generieren kann. Wir sind jedoch nicht einmal fertig mit der Basisversion wie wir sie uns vorstellen. Und von daher ist es viel zu früh dazu eine definitive Aussage zu treffen.

Max: Eine weitere Möglichkeit, um Einkommen zu generieren, ist die des Verkaufs von Nutzerdaten, wie es andere Firmen machen. Wäre das bei euch ausgeschlossen, dass ihr so etwas ebenso machen würdet?
Arne: Verkauf von Daten ist halt… Da fehlt mir die Definition, was das ist.

Max: Verkauf von Nutzerdaten selber, Statistiken etc., persönliche Gespräche, oder irgendetwas in die Richtung ausgewertete Nutzerprofile – Analytics.
Arne: Also beispielsweise was ich mir vorstellen kann, ist wenn jemand im Counter Strike-Channel ist, und es findet beispielsweise ein Counter Strike-Turnier statt, und es sagt jemand, „könnt ihr das nicht mal im Counter Strike-Channel posten?“. Als „Sponsored Post“ oder sowas.

Max: Das heißt ja nur, dass sich das Verhalten der Nutzer angeschaut wird und dann doch ein Nutzerprofil angelegt wird. Da gäbe es aber auch die Möglichkeit einfach Werbung rund um das Spiel zu zeigen.
Arne: Also wie gesagt, das sind alles Features, die nicht spruchreif sind. Ich habe keine Ahnung, ob wir überhaupt so etwas implementieren. Es ist natürlich so, dass Werbung ein potenzieller Monetarisierungskanal ist. „Blinde“ Werbung nützt halt Keinem. Wenn ich meinen Nutzern etwas zeige, und 95% interessiert das überhaupt nicht, dann bringt es uns und den Nutzern nichts, weil es die dann nervt. Das bringt dann auch dem Werbetreibenden nichts, weil er damit de facto keinen erreicht. Ist das jetzt Verkauf von Nutzerdaten? Ich würde sagen nein, ein anderer würde sagen: „Ja!“, weil die Information, dass diese Person in dem Counter-Strike Kanal ist, bzw. die Information, dass es einen Counter-Strike Kanal gibt, die nutzen wir ja irgendwie. Es ist schwierig. Ich würde auf keinen Fall persönliche Nachrichten, die zwei Nutzer miteinander austauschen, an eine Firma weiterverkaufen. Also das ist für mich völlig ausgeschlossen, dass wir so etwas tun.

Max: Okay, es steht noch gar nicht auf der Agenda, sondern ihr finanziert euch nur über den Investor, und dass ihr das mit der Zeit mit der Bezahlung und dem Einkommen regelt.
Arne: Genau.

Max: Gut. Ich bedanke mich bei dir an der Stelle, dass du das Interview mit mir geführt hast.
Arne: Bitteschön.

[Stand des Interviews: 11.9.2015]

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