Steam Link – Was soll denn das?

Auf der Game Developers Conference (GDC), die diese Woche in San Fracisco stattfindet, packt Valve aus. Zwar nicht Half Life 3, wie vorher vermutet wurde, aber doch ‚Steam Link‘, eine eigene Plattform zum Streamen von Spielen.

Schon seit einiger Zeit arbeitet Valve an den so genannten ‚Steam Machines‘. In Zusammenarbeit mit Hardware-Herstellern – am prominentesten etwa Alienware – entstehen Wohnzimmer-PCs, die dafür entworfen sind Steam-Spiele abzuspielen. Zusammen mit einem eigenen Steam Controller sollen diese Systeme im November 2015 – als direkte Konkurrenz zu den Konsolen PS4 und XBox One – in den Handel kommen.

Doch anscheinend ist man sich bei Valve nun doch nicht mehr ganz sicher ob es auf Dauer der richtige Weg ist, eigene Gaming-Hardware zu produzieren. Denn in einem Zug mit dem lange erwarteten Releasedatum für die Steam Machines, wurde eine alternative Lösung angekündigt – ‚Steam Link‘. Wer viele Spiele auf Steam besitzt und diese auch am Fernseher im Wohnzimmer spielen möchte, muss sich nicht direkt eine neue Konsole für mehrere hundert Dollar kaufen. Steam Link ist eine kleine Box, die man an den Fernseher anschließt und die nicht selber die Spiele abspielt, sondern lediglich per WLAN die Spiele von einem PC streamt. Das heißt das Spiel läuft auf einem normalen Computer, das Bild wird dann am Fernseher angezeigt und die Eingaben des Spielers werden wieder an den Rechner gesendet. Der Vorteil dieses Systems ist, dass man für nur 50 Dollar eine Möglichkeit bekommt Steam-Spiele in 1080p Auflösung und 60 Hz auf einem Fernseher zu spielen.

Für Valve geht es mit diesem System erst einmal einen Schritt weg von der unmittelbaren Konkurrenz mit Sony und Microsoft. Denn für jemanden, der sich eine Spielekonsole kaufen möchte, ist Steam Link im Gegensatz zu einer Steam Machine keine Alternative, da man zusätzlich einen leistungsfähigen Computer benötigt auf dem die Spiele tatsächlich laufen. Aber für Leute, die sonst überwiegend auf dem PC spielen – also schon eine Maschine mit der entsprechenden Leistung ihr Eigen nennen und eine große Spiele Sammlung auf Steam haben – könnte das System die ideale Lösung sein.

Wenn sich Steam Link etablieren kann, ist es außerdem gut vorstellbar, dass man die Möglichkeit bekommt über das gleiche System auch andere Medien – etwa Filme und Serien – zu konsumieren. Damit würde das System zu einem vollwertigen Konkurrenten für Playstation und XBox werden, die sich ja schon seit einiger Zet als Multimediasystem präsentieren. Sollte es Valves Ziel sein auf diese Weise das Wohnzimmer zu erobern, muss man allerdings sagen, dass die Konkurrenz hier nicht zu unterschätzen ist: mit dem Apple TV, Googles Android TV und Amazons Fire TV sind so ziemlich alle großen Namen im Spiel.

Die Spiele könnten am Ende das schlagende Argument sein und es wird sich zeigen wie erfolgreich sich die Steam-Plattform weg vom PC und hin in das Revier der klassischen Spielekonsolen ausbreiten kann.

Grafik: Valve

David Lindner

Mag den Begriff 'Digital Native' nicht, ist aber einer, fühlt sich in der Redaktion trotzdem schon alt. Interessiert sich für digitale Trends, Kultur und den Einfluss von Medien auf unser Leben. Findet diesen Telegrammstil für Kurzbiografien und 'Twitter-Bios' merkwürdig.